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May 12, 2026
5 min read

Arbitrage auf Prognosemärkten: Versteckte Kosten, Gebühren und die reale Rechnung

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Prediction market arbitrage

Die Idee klingt bestechend: "Yes" auf einer Plattform für $0.40 kaufen, "No" auf einer anderen für $0.55, und am Ende $1.00 für einen Gesamteinsatz von $0.95 einstreichen. Fünf Prozent risikofrei.

In der Praxis stehen zwischen Ihnen und diesen 5% drei Kostenebenen, mehrere nicht offensichtliche Risiken und unterschiedliche Resolution-Regeln je Plattform.

Drei Kostenebenen

The iceberg of hidden costs

1. Handelsgebühren der Plattformen

Die entscheidende Falle: Viele DEX-Plattformen verwenden dynamische Gebühren, die von der Eintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses abhängen.

Plattform Taker-Gebühr Maker-Gebühr Auszahlungsgebühr Anmerkungen
Polymarket 0–1.8% (Spitze bei 50/50) 0% + Rebate 0% Geopolitik-Märkte: 0%
Limitless 0.03–3% 0–1.5% Niedrigere Gebühr bei wahrscheinlicheren Ausgängen
Predict.fun 1–2% (Standard) Häufig gebührenfreie Aktionen + Cashback
Opinion 1–2% Gebühr fließt in den LP-Pool
Kalshi Fest Regulierte Börse, USD, nicht Web3. Nur für US-Bürger

2. Netzwerk-Gasgebühren

Netzwerk Plattformen Gas pro TX Native Token
Polygon Polymarket Bruchteile eines Cents MATIC / POL
Base Limitless, Opinion $0.01–0.05 ETH
BNB Chain Predict.fun $0.03–0.10 BNB

3. Cross-Chain-Bridges

Cross-chain infrastructure

Bridge-Gebühren: $1–5 pro Transfer plus Prozentanteil. Dauer: 1–15 Minuten (der Spread kann sich schließen, während Sie warten).

Drei kritische Risiken

1. Slippage

Der AMM verschlechtert bei großen Orders aufgrund dünner Liquidität Ihren Preis.

2. Resolution-Risiko — hier verbrennen sich 90% der Arbitrageure

Gleiches Ereignis, unterschiedliche Plattformen, unterschiedliche Resolution-Regeln und Datenquellen. Ihre Positionen können auf beiden Seiten gleichzeitig verlieren.

3. Timing-Verzögerung

Es gibt keine atomare Cross-Chain-Ausführung. Das zweite Bein kann ausgeführt werden, nachdem sich der Spread bereits geschlossen hat.

Mindestspread für Break-Even

Kostenposten Ungefähr
Gebühr Plattform A (Taker) 1.0–1.8%
Gebühr Plattform B (Taker) 1.0–2.0%
Gas (4–6 Transaktionen) $0.10–0.50
Slippage (beide Beine) 0.5–2.0%
Gesamt 3–6%

Profitable Arbitrage beginnt realistischerweise erst bei Spreads von 7–10%.

Premarket.me — Aggregator für Arbitrage

Spreads manuell über fünf Plattformen hinweg zu überwachen, ist unpraktikabel. Premarket.me löst dieses Problem: Es ist ein Aggregator für Prognosemärkte mit einer einheitlichen API, die Daten von Polymarket, Limitless, Predict.fun und anderen Plattformen zusammenführt.

Der zentrale Endpoint — /api/arbitrage — liefert bereits berechnete Paare: wo man "Yes" kauft, wo man "No" kauft, Gesamtkosten, Profit in %, den um die Restlaufzeit bereinigten APR sowie die Liquiditätstiefe in USD.

Open-Source-Arbitrage-Bot

Ein fertiger Go-Arbitrage-Bot auf Basis der Premarket-API: suenot/premarket-arbitrage-bot.

Scanner (Premarket API) → Filter (profit/APR/depth) → Display → Executor (Polymarket CLOB)

Der Bot fragt /api/arbitrage ab, filtert Paare nach konfigurierbaren Schwellenwerten (MIN_PROFIT_PCT, MIN_APR, MIN_DEPTH_USD) und kann optional Trades über Polymarket CLOB mit EIP-712-Signierung ausführen. Standardmodus: DRY_RUN=true (nur Beobachtung).

Links

Fazit

Arbitrage auf Prognosemärkten ist kein "kostenloses Geld". Es ist systematische Arbeit mit drei Kostenebenen, Cross-Chain-Logistik und einem Resolution-Risiko, das beide Beine eines Trades zunichtemachen kann. Der Mindestspread für Break-Even liegt bei 5%, für Profit bei 7–10%.

Doch die zentrale Erkenntnis lautet: mechanische Arbitrage allein reicht nicht aus. Der eigentliche Vorteil entsteht durch den Aufbau von KI-Agenten-Analytik rund um jede einzelne Wette: Echtzeit-Überwachung von Nachrichten, Verfolgung von Social-Signalen, Analyse der On-Chain-Aktivität großer Marktteilnehmer und Korrelation mit Makroereignissen. Der Spread zwischen Plattformen ist ein Symptom; die Ursache ist Informationsasymmetrie. Es gewinnt, wer versteht, dass sich die Ereigniswahrscheinlichkeit verschoben hat — nicht, wer am schnellsten klickt.

Vorfinanzierte Wallets, Maker-Orders und API-Automatisierung sind das Mindeste. Der eigentliche Vorteil liegt in der analytischen Schicht über den Marktdaten.

blog.disclaimer

Authors

Eugen Soloviov
Eugen Soloviov

Trading-systems engineer

Trading-systems engineer building bots since 2017: cross-exchange arbitrage (connected up to 30 venues), cointegration-based pairs arbitrage across spot and futures, scalping, news and sentiment-driven strategies, trend algorithms, and portfolio management and balancing algorithms. Also builds sub-millisecond order execution, big-data warehouses, backtesting engines, AI agents, and trading interfaces (incl. open-source profitmaker.cc). Stack: JS/TS, Python, Rust/Zig/Go, DevOps, backend, frontend, architecture.

Dmitry Momot
Dmitry Momot

Backend engineer, prediction markets

Backend engineer and analyst with 6 years of experience (Python, ClickHouse). Built trading bots for MOEX (oil futures), CEX/DEX arbitrage, and DEX/lending arbitrage. Winner of the Russian TravelHack 2021 hackathon and international ETHGlobal Cannes 2025. In 2021 founded an analytics startup acquired by 1inch in 2023; now building a new prediction-markets startup, having closed its first investment round. Education: MIREA — Radiophysics.

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